Unterschiede

Sehr früh schon wurde uns bewusst, dass wir am Ende nichts, was wir nicht auch in einem realitätsnahen Sparring üben und überprüfen könnten, in der Realität wirklich würden umsetzen können. Geschweige denn systematisch und effektiv.

Früher lieferte man sich auf den Philippinen zu Trainingszwecken ohne jegliche Schutzausrüstung regelmäßig im wahrsten Sinne des Wortes knüppelharte Duelle, bei denen man Stöcke quasi als Safety-waffen an Stelle von Schwertklingen einsetzte und so den Tödlichkeitsgrad der Auseinandersetzung herabsetzte. Dennoch war diese gnadenlose Trainingspraxis überaus verletzungsreich und für unseren heutigen Zeit natürlich ziemlich ungeeignet.
Hinzu kam, dass viele der heutigen Lehrer ihre überlieferten, ursprünglich sehr wirkungsvollen Waffenkonzepte nur noch für kommerzielle Zwecke in Form nutzloser Drills und Partner Übungen, nicht mehr jedoch wirklich sparrings und freikampforientiert vermittelten.

Die Möglichkeit einer realistischen Überprüfung und des Scharfmachens alles Erlernten musste also erst wieder neu von uns geschaffen werden. Inspiriert von einigen unserer Lehrer (Latosa, Brasil, Concon, Navales ...), die erfolgreich auch verbandsfremde Wettkämpfe und dabei sogar andere Sportarten wie Boxen und Säbelfechten für sich benutzt hatten, um ihre persönlichen Fähigkeiten in Ermangelung realer Schlachtfelder zu testen und zu optimieren, kam uns dann vor über anderthalb Jahrzehnten die Idee, uns nicht einfach den verfälschenden Regeln andere Sportarten zu unterwerfen, sondern in Anlehnung an die alten, traditionellen Stock und Klingenduelle unsere eigenes Wettkampfszenario zu entwickeln, das den spezifischen Anforderungen eines realitätsorientierten Escrimatrainings optimal entspräche und möglichst keiner Versportlichung unterläge.